Stadt und Geschichte



Geschichte


Zum Unterschied seiner Nachbarstädte ist Liebstadt keine Bergbausiedlung gewesen, sondern wurde im 13. Jahrhundert
als Marktplatz mit Hufenanlage von oberfränkischen Kolonisatoren gegründet.


Im Jahre 1286 wurde Liebstadt erstmals urkundlich im „Codex Diplomaticus Saxoniae" als „civitas Libenstat" (liebliche freundliche Stadt) erwähnt. In einer Tauschurkunde vom Oktober 1286 tauscht Otto von Dohna Liebstadt mit dem Stift Meißen gegen Weinberge bei Dresden.
In der blutigen Dohnaischen Fehde im Jahr 1402, nach der das gesamte Gebiet der Burggrafen von Dohna den Meißner Markgrafen zufiel, wurde Liebstadt zerstört. Lange hatte es auch unter Fehdenzügen zwischen Sachsen und Böhmen zu leiden.
Die Herren von Bühnau, die 1408 mit Liebstadt belehnt wurden, ließen nach 1450 die Burg zum Schloss ausbauen und siedelten von Weesenstein nach Liebstadt um. Über die Familien von Wedelbusch, von Birkholz u. a. kam der Besitz 1774
an die Herren von Carlowitz. Hans Carl August verwandelte die Grundherrschaft zusammen mit Großhartmannsdorf (bei Freiberg) in ein Majoratsgut. Von der einstigen Bedeutung der Stadt spricht es, dass sie bereits 1489 das Halsgericht ausüben und seit 1576 zweimal jährlich Jahrmärkte abhalten durfte. Zu ihren Rechten gehörten ebenso die Bier- und Salzgerechtsame, d. h. die Bewohner der umliegenden Dörfer mussten diese Waren in Liebstadt kaufen.
Mehrfach wurde die Stadt durch Brände, Kriegsverwüstungen und Hochwasserkatastrophen betroffen. Doch ihr mittelalterlicher Grundriss blieb bis heute erhalten.


Weil Liebstadt vergeblich um einen Eisenbahnanschluss kämpfte und die Fahrten mit der Postkutsche von Pirna über Laurich - Schlossberg sehr beschwerlich waren, wurde 1871 die Talstraße gebaut, durch die man Liebstadt nun bequem erreichen konnte.
Nachdem 1920 die letzte Postkutsche die kleinste Stadt Sachsens für immer verlassen hatte, bekam sie 1921 den ersten Autobusanschluss im Landkreis Pirna. Dadurch konnte ein wirtschaftlicher Aufschwung, wenn auch in geringem Umfang, doch noch vollzogen werden, der durch das Fehlen der Eisenbahn ausgeblieben war.


Im Hennersbacher Grund wurde 1962 - 1966 ein Hochwasserrückhaltebecken gebaut. Es soll Liebstadt und flussabwärts liegende Ortschaften vor Hochwasserfluten schützen.


In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde die Feinmechanik in Liebstadt zunehmend strukturbestimmend. Heute, infolge der wirtschaftlichen Umstrukturierungen nach der Wende, entstand aus der ehemaligen PGH Feinmechanik der für Liebstadt prägende feinmechanische Industriebetrieb Hutzel Seidewitztal GmbH.


Durch Eingemeindungen gehören heute sieben ehemals selbständige Dörfer zur Stadt:  


  • Herbergen
  • Seitenhain
  • Großröhrsdorf
  • Biensdorf
  • Waltersdorf
  • Döbra
  • Berthelsdorf

  • Das Liebstädter Stadtwappen - sieben weiße Lilien auf rotem Grund - hat seinen Ursprung im Wappen der Bünaus. Der
    rote Grund bedeutete Kriegsgefahr, die Lilien Gastfreundschaft vor allem Pilgern gegenüber, welche durch Liebstadt in
    die böhmischen Klöster wallfahrten und freie Kost bekamen.