Persönlichkeiten

 

Berühmte und wichtige Persönlichkeiten


Christian Benjamin Geißler - der Rebell von Liebstadt (1743 - unbekannt)


Der Sohn eines schlesischen Dorfschullehrers kam 1765 als Seilergeselle nach Liebstadt. Er wurde hier sesshaft und heiratete die Tochter des Rittergutsverwalters Bretschneider. Da er miterlebte, wie die Bauern, leider vergebens, gegen Fron und Spanndienste kämpften, verfasste er 1790 seine „Pro memoria", eine acht Punkte beinhaltende Schrift zur Besserung der Lage des einfachen Volkes. Ein von ihm geplanter Protestmarsch der Bauern zum kurfürstlichen Schloss in Pillnitz  verfiel im Ansatz, denn Geißler wurde verraten, am 10.07.1790 heimlich verhaftet und in Dresden zu 15 Jahren Haft in Torgau verurteilt. Abschriften seines Aufrufes gingen derweil von Hand zu Hand und bevor der sächsische Bauernaufstand begann und sich schnell über ganz Kursachsen verbreitete. Nach 15jähriger Festungshaft konnte er entfliehen und irrte, steckbrieflich gesucht, durch Brandenburg, Schlesien, Böhmen bis nach Österreich. 1807 wagte er sich zurück und wurde erneut verhaftet. Seine Freunde und vor allem der Majoratsherr Carl Adolph von Carlowitz erreichten endlich 1809, dass die strengen Auflagen gegen Geißler aufgehoben wurden.
Eine Gedenktafel an Geißlers ehemaligen Wohnhaus in der Pirnaer Straße erinnert noch heute an den geistigen Führer des Bauernaufstandes von 1790.

 

Dr. Georg Marggraf (1610 - 1644)


Der in Liebstadt geborene Wissenschaftler hat sich seinen Ruf weit entfernt von seinem Heimatort erworben. Der Sohn des hiesigen Schulmeisters und Organisten verließ mit 17 Jahren seinen Heimatort, um Medizin und Naturwissenschaften zu studieren. Als bedeutendster deutscher Brasilienforscher des 17. Jahrhunderts brachte  er wesentliche Erkenntnisse aus dem südamerikanischen Land mit nach Europa. Er starb 1644 in S. Paulo de Loanda (Angola).
Seine Heimatstadt würdigte ihn 1907 mit einer Gedenktafel an seinem Geburtshaus, dem heutigen Rathaus.


 

 

 

Artur Henne (1887 - 1963)



Artur Henne war Maler und Grafiker aus Dresden, der sich mit seinen Werken der Landschaftsdarstellung, insbesondere der Sächsischen, widmete. Hennes Arbeiten, von denen wohl die Radierungen sächsischer Schlösser und Burgen die bekanntesten sind, künden von Heimatliebe und Bodenständigkeit. Seit 1942 unterhielt Henne ein kleines Zimmer und ein Atelier in Liebstadt. Durch den Luftangriff in Dresden in der Nacht des 13.02.1945 verlor Henne seine Bleibe sowie sein Atelier mit einem Großteil seiner bisherigen Werke. Er zog 1945 endgültig nach Liebstadt und lebte hier bis zu seinem Tod im Jahr 1963.
Im zu Ehren wurde am Gästehaus „Stadtschänke" eine Ehrentafel angebracht.

Carl Oswald Eysoldt (1853 - 1930)


Der Sohn des ehemaligen Schützenhauswirtes besuchte von 1860 - 1867 die hiesige Volksschule, dann die Gewerbeschule in Pirna und wandte sich daraufhin dem Handels- und Kaufmannsgewerbe zu. Er wanderte nach England aus und begann, mit kanadischen Pelzen einen schwunghaften Handel zu treiben, wodurch er es zu Reichtum und Wohlstand brachte. Im Jahre 1924 stiftete er seiner Heimatstadt 50.000 Reichsmark, die für den Bau von Siedlungshäusern, der Errichtung eines städtischen Pumpwerkes für die Wasserversorgung sowie den Bau des Freibades verwendet wurden.
Ein Gneisblock an der nach ihm benannten Eysoldtstraße erinnert an den ehemaligen Liebstädter.

Friedrich Wilhelm Voigt (1812 - 1894)


Friedrich Wilhelm Voigt kam als Sohn eines Geisinger Bäckermeisters im Jahre 1834 nach Liebstadt. Nachdem er sich als Bäckermeister niederließ, wurde er 1842 zum Bürgermeister gewählt. Dieses Amt verwaltete er  48 Jahre bis 1890 mit großer Hingabe und Treue. Am 28.05.1884 wurde er zum Ehrenbürger von Liebstadt ernannt.
Im Jahr 1912 wurde am ehemaligen Wohnhaus Voigts eine Gedenktafel für ihn angebracht.

 

 

 Walter Jobst (1896 - 1976)



Walter Jobst kam am 01.04.1920 als Lehrer nach Liebstadt.
Seine Ortschronik und und die Geschichte des Schlosses Kuckuckstein sind für Liebstadt von unschätzbarem Wert. Er gilt als Schöpfer des Heimatmuseums und erwarb sich besondere Dienste durch seinen Einsatz als Chorleiter des Liebstädter Männerchores und zeitweise auch des Gemischten Chores.
Anlässlich des 101. Geburtstages von Walter Jobst wurde an seinem Wohnhaus in der Eysoldtstraße eine Ehrentafel angebracht.